Die Katzen, die Leningrad gerettet haben
Im Frühjahr 1943 versammelte sich am Bahnhof in Leningrad eine Menschenmenge, die auf die Ankunft eines ungewöhnlichen Zuges wartete. Mit diesem Zug sollten Katzen aus Jaroslawl gebracht werden. Viele Leningrader waren mit der ganzen Familie oder zusammen mit ihren Nachbarn gekommen. Die Menschen hofften, dass es wenigstens einem aus ihrer Gruppe gelingen würde, eine Katze zu ergattern. Als der Zug eintraf, waren die vier Waggons voller Katzen buchstäblich innerhalb einer halben Stunde vergriffen! Doch wie glücklich gingen die Leningrader nach Hause! Es schien, als seien nicht gewöhnliche Katzen angekommen, sondern Soldaten der Roten Armee – mächtige Verstärkung. Und selbst an jenem Tag schien es, als sei der Sieg schon nahe. Denn mit Beginn der Belagerung Leningrads am 8. September 1941 kam nicht nur der Hunger in die Stadt, sondern es brach auch eine ganze Lawine sich rasch vermehrender Ratten über die Stadt herein. Bereits am zweiten Tag der Belagerung, dem 9. September 1941, vernichtete die deutsche Luftwaffe durch einen gezielten Angriff auf die Lagerhäuser den Großteil der Lebensmittelvorräte und verurteilte damit die Einwohner der Stadt zu einem qualvollen Hungertod. Die Stadt begann zu hungern, man aß alles, was flog, krabbelte, bellte und miaute – mit einem Wort: Man aß alle Haustiere. Nur die Ratten litten in der ersten Phase der Blockade überhaupt nicht unter Hunger, sie fraßen sich satt… Sie fraßen die Leichen der Menschen. Obwohl spezielle Brigaden zur Vernichtung der Nagetiere gebildet worden waren, waren die Menschen nicht in der Lage, die Rattenplage zu bewältigen. Die Ratten wurden vergiftet, erschossen, mit Panzern und anderen Fahrzeugen überrollt, aber alles war vergeblich. Die Horden der grauen Eindringlinge wuchsen und wurden immer stärker.














